Freizeitenevaluation

Wieso, weshalb, womit... Evaluation von Freizeiten?

Foto: Männe/pixelio.de
Kanus. Foto: Männe/pixelio.de

Eine mündliche Feedbackrunde während einer Ferienfreizeit gibt spontan ein Stimmungsbild wieder. Sie eignet sich gut für Momentaufnahmen und als Stimmungsbarometer. Diese Form der Auswertung ist bewährt und gehört zu den meisten Gruppenfahrten dazu.

Wer Informationen allerdings zusätzlich systematisch in die Beurteilung und Weiterentwicklung der Arbeit einbeziehen möchte, braucht nachvollziehbare und abgesicherte Daten. Die Evaluation mit Fragebögen ist dafür eine geeignete Methode. Damit melden sich auch diejenigen zu Wort, die sich vor der Gruppe nicht trauen. Das Verfahren der Freizeitenevaluation bietet das passende und wissenschaftliche überprüfte Instrumentarium zur datenbasierten Auswertung und wurde für Praktiker*innen und gemeinsam mit ihnen entwickelt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Evaluation mit Fragebögen zum Ankreuzen/Ausfüllen
  • verschiedene Fragebögen passend für:
    - Kinderfreizeiten und Stadtranderholungen
    - Jugendfreizeiten und –reisen im In- und Ausland
    - internationale Jugendbegegnungen (Deutsch, Französisch, Polnisch und Englisch verfügbar)
  • altersgerechte Fragebögen für Kinder ab 8 Jahren oder Jugendliche ab 13 Jahren
  • Anwendung kostenfrei
  • benötigte Software: Statistik-Programm GrafStat, MS Word und Adobe Reader

Was bietet die Freizeitenevaluation?

Wer mit diesem Instrumentarium arbeitet, erhält als Freizeit-Team und Organisation Methoden und Antworten zu folgenden drei Fragen:

  1. Wie kann ich das, was ich im Gefühl habe, sichtbar machen?
  2. Wie kann ich das „Gute“ differenzieren, um gezielt daran/damit zu arbeiten?
  3. Wie kann ich das Geschehen einer Freizeit dokumentieren und somit auch für andere nachvollziehbar machen?

Kinder- und Jugendfreizeiten und internationale Jugendbegegnungen lassen sich mit diesem wissenschaftlich überprüften Verfahren einfach und verlässlich vor Ort auswerten. Dazu stehen Fragebögen zur Verfügung, die neben einem standardisierten Teil auch Platz für eigene Fragestellungen lassen. Die Eingabe und Auswertung der Daten können Sie selbst mit dem Statistikprogramm GrafStat vornehmen.

Zu Beginn der Freizeit werden die Mitarbeiter*innen um eine Gewichtung ihrer Ziele gebeten. Die Teilnehmer*innen geben auf einem - inhaltlich den Mitarbeiter-Zielen entsprechenden – Fragebogen am Ende der Freizeit eine Rückmeldung zur Freizeit ab. In der Auswertung können dann, differenziert nach verschiedenen Bereichen und Themen, die Ziele eines Teams und die Bewertungen der Kinder und Jugendlichen dargestellt werden. Wird beides in Beziehung gesetzt, erhalten Sie Hinweise darauf, inwieweit im Vorfeld gesetzte Ziele der Mitarbeiter*innen die Erfahrungen der Teilnehmer*innen prägen.

Welchen Nutzen bringt diese Evaluationsmethode?

Mit den gewonnenen Daten verfügen Sie über eine optimale Grundlage für die Nachbereitung jeder Kinder- oder Jugendgruppenfahrt. Für die Auswertung im Team bieten die Ergebnisse eine systematische Grundlage, die die Meinungen aller Beteiligten einbezieht-aus Sicht des Teams und aus Teilnehmer-Perspektive, wobei jede Stimme das gleiche Gewicht hat. Die gleiche Freizeit kann sehr unterschiedlich wahrgenommen werden und so geben die Daten mitunter ungeahnte Einblicke in das Erleben von Kindern und Jugendlichen.

Häufig fällt das schriftliche und anonyme Teilnehmer-Feedback per Fragebogen positiver aus, als Mitarbeiter*innen das erwartet hätten. An anderer Stelle kann gefühlte Unzufriedenheit sichtbar und an konkreten Dingen festgemacht werden.
Mit dem Verfahren erhält die Reflexion und Qualitätsentwicklung der eigenen Arbeit eine neue Dimension. Wer daran interessiert ist, die eigenen Daten einzuordnen, kann auf Vergleichswerte der bundesweiten Grundlagenstudien zu den Verfahren zurückgreifen. Das eigene Profil lässt sich schärfen und selbstbewusst(er) darstellen.

Häufig interessiert die Frage: „Wen erreichen wir eigentlich mit unseren Angeboten?“

Der Clou der Methode: Die soziodemografischen Angaben (Geschlecht, Alter, Schulform, möglicher Migrationshintergrund) können darüber hinaus mit den Aussagen zur Zufriedenheit und den Erfahrungen verknüpft werden. So sind z. B. Erkenntnisse darüber möglich, ob die eigenen Angebote eher von Mädchen oder älteren Teilnehmer*innen positiv bewertet werden. Die Evaluations-Ergebnisse ermöglichen eine gezieltere Planung, z. B. hinsichtlich Konzeptionen, Programminhalten oder Schulungsbedarfen.

Durch die Methode des Standard-Fragebogens können mehrere Fahrten zusammengefasst werden. So können derartige Fragen über eine gesamte Saison oder gar mehrere Jahre betrachtet werden.
Grundlage der verschiedenen Evaluationsverfahren ist das von Wolfgang Ilg entwickelte System "Freizeitenevaluation". Die Entwicklung dieses Systems basiert auf einer Studie des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg in Kooperation mit dem Psychologischen Institut der Universität Tübingen. Zahlreiche Publikationen sind mittlerweile erschienen. Da die Entwicklungskosten aus Mitteln des Bundesjugendministeriums und anderen Fördertöpfen finanziert wurden, ist die Durchführung der Evaluation für Veranstalter von Freizeiten und Jugendbegegnungen kostenfrei.

Links

www.Freizeitenevaluation.de

www.kinderfreizeitenevaluation.de

CD und Publikationen auf Freizeitenevaluation.de

Selbst auswerten - Anleitung und Materialien zur Evaluation von Kinderfreizeiten

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Evaluation von Kinderfreizeiten

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