Krisenmanagement

Notfallplanung in der Freizeitenarbeit

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Niemand wird bestreiten, dass auf einer Freizeit Dinge geschehen können die eine Krise auslösen. Niemand kann voraussagen welches Ereignis genau eine Krise auslöst und somit das Leitungsteam psychosozial und organisatorisch überfordert. Selbst eine gewissenhafte und Risikenvorbeugende Freizeitplanung kann den Krisenfall nicht zu 100 % ausschließen.

Deshalb geht es heute nicht mehr um die Frage, ob es eine Notfallplanung geben soll, sondern nur darum wie der Notfallplan aussieht und ob er das Zeug dazu hat wirksam zu werden. Es darf von Veranstaltern von Kinder- und Jugendfreizeiten erwartet werden, dass eine Notfallplanung existiert.

Bevor ein, auf den jeweiligen Freizeitveranstalter zugeschnittener Krisenplan erarbeitet wird, muss das vorhandene Risiko eingeschätzt werden. Dabei helfen unter anderem folgende Fragen:

  • Wie viele Freizeiten sind für welche Altersgruppen im Angebot?
  • Mit welchem Transportmittel reist die Gruppe?
  • Gibt es besondere Gefahren am Freizeitort?
  • Welche Kompetenzen hat das Leitungsteam der Freizeit?

Je nach Risikoeinschätzung wird ein individueller Krisenplan erarbeitet. Es gibt nicht DEN Krisenplan. Jeder Anbieter braucht ein Konzept, das auf die eigenen Rahmenbedingungen zugeschnitten ist. Dennoch muss er folgende Kriterien erfüllen:

  • Eine verantwortliche Person ist während der Freizeit rund um die Uhr erreichbar.
  • In der Krise ist Zeit kostbar.
  • Alle Beteiligten brauchen sofort umfangreiche Unterstützung und Hilfe.
  • Die Eltern und Angehörigen, die Medien und die Öffentlichkeit wollen und müssen informiert werden. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist zeitnah, kompetent und glaubwürdig.
  • Eine Krise hat häufig erhebliche psychosoziale Auswirkungen auf Opfer, Angehörige und Mitarbeitende. Sie alle brauchen eine seelsorgliche Begleitung. Niemand hat in diesem Bereich eine bessere, flächendeckendere Struktur als Kirche. Deshalb darf die Öffentlichkeit gerade hier hohe Erwartungen an uns stellen.
  • Im Krisenfall tauchen sehr schnell rechtliche und versicherungstechnische Fragen auf, die dann schnell und kompetent beantwortet werden müssen.
  • Die Gesamtorganisation (z. B. Landeskirche) muss personell in das Krisenmanagement integriert sein.
  • Schon frühzeitig wurde mit allen Beteiligten geklärt, wer das Krisenteam leitet und wer im Notfall welche Kompetenzen hat.

Damit die vielfältige Arbeit im Krisenteam auf möglichst viele Schultern verteilt werden kann, sollten rechtzeitig und in aller Ruhe Kooperationspartner gesucht werden. Viel Erfolg dabei!

Links

Krisenmanagement auf Freizeiten
Gesammelte Informationen der Evangelischen Jugend Westfalen

Notfallkonzept Kreisjugendring Dachau
Ein Konzept, das sehr umfassend für alle nur erdenklichen Zwischenfälle und Notfälle konzipiert ist.

Buchtipp

01.05.2003

Krisenmanagement bei Kinder- und Jugendreisen

Neue kleine Schriften Band 5 Aus dem Inhalt:"Was passiert, wenn was passiert?" - auf diese kurze Formel lässt sich die Fragestellung bringen, die zur Erstellung der Arbeitshilfe "Krisenmanagement bei Kinder-...[mehr]