Jugendliche zum Kochen bringen

Tipps von Sarah Wiener

Sarah Wiener21 ist eine der bekanntesten Köchinnen Deutschlands und setzt sich schon immer für die Erhaltung von natürlichen Lebensgrundlagen und ein moralisches und ökologisches Ernährungsbewusstsein ein. Dazu gehört für sie artgemäße Tierhaltung und Verzicht auf Genfood. Nachhaltigkeit in der Ernährung ist für sie ein zentrales Thema.

Wie bringe ich Jugendliche dazu, für die der Gang ins Schnellrestaurant oder den Imbiss beinahe ein tägliches Ritual ist, sich mit gutem Essen zu beschäftigen?

„Jugendliche sind zwar nicht mehr ganz so leicht zu begeistern wie Kinder – meiner Erfahrung nach gelingt es dennoch oft. Und zwar, wenn man sie beteiligt, in Entscheidungsprozesse einbindet und sie selbst aktiv und kreativ werden lässt. So kann man beispielsweise ein Grundrezept vorschlagen, das sie selbst abwandeln können. Man kann in zwei oder mehr Gruppen kochen und das als Wettbewerb gestalten: Wessen Gericht schmeckt am besten? Dabei werden auch soziale Kompetenzen wie Teamarbeit und Organisationsfähigkeit geschult. Die Jugendlichen müssen unter sich ausmachen, wer für was zuständig ist. Sie müssen den Einkauf und die Zubereitung planen. Was Kochen und Essen auch interessant macht, ist, wenn man einen Teil der Zutaten selbst beigetragen hat. Man kann beispielsweise zusammen Kräuter oder im Herbst Pilze sammeln.“

Welche Basisgrundsätze sollten Laien in der Küche beachten, damit das Essen für zwanzig und mehr Personen nicht nur pünktlich fertig ist, sondern auch schmeckt?

„Grundsätzlich wählt man für Gruppen am besten Speisen, die nicht zu exotisch sind. Es soll ja allen schmecken. Als ungeübter Koch sollte man am besten nichts zubereiten, was „à la minute“ fertig sein muss. Gut eignen sich beispielsweise Braten, Suppen, Eintöpfe. Man kann zum Beispiel schon am Vortag ein Gulasch ansetzen.“

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21 Interview Sarah Wiener vom 24.05.2011