Finanzielles

Foto: © Thorben Wengert/pixelio.de

Was gutes Essen kosten darf

Auf Freizeiten ökologisch und fair einzukaufen, kann die Freizeitkasse sprengen.Besonders dann, wenn Anbieter*innen von Freizeiten angesichts der schwierigen ökonomischen Situation vieler Familien in Deutschland ein wichtiges Ziel verfolgen: sparsam zu kalkulieren und günstige Freizeiten anzubieten.

Fährt der Kleinbus vollgepackt mit günstigen Lebensmitteln vom Discounter zum Freizeitort, kommt das Leitungsteam gut mit dem knapp kalkulierten Betrag aus. Der Preis dafür: Es ist wohl kaum möglich ein gesundes, ausgewogenes Freizeitessen zu bieten und nachhaltig bzw. ökofair einzukaufen.

Umweltschutz und Gesundheitsförderung geraten dabei in Gefahr, auf der Strecke zu bleiben. Es sei denn, das Budget für Lebensmittel wird geringfügig erhöht – von beispielsweise fünf auf sieben Euro pro Tag und Teilnehmer*in. Die Folge: Eine zehntägige Freizeit wird gut 20 Euro teurer.43

Wer das nicht möchte, kommt um eine Neubewertung der Position „Lebensmittel“ in der Freizeitkalkulation nicht herum. Mehr Geld fürs Essen auszugeben und dafür an anderer Stelle sparen zu müssen, ist dann der Preis für eine nachhaltige Ausrichtung der Freizeit.

Andererseits ist ein überzeugendes, glaubwürdiges ökofaires Freizeitkonzept auf dem engen „Markt“ der Kinder- und Jugendreisen ein deutlicher Pluspunkt. Wer sich dafür entscheidet, sollte nicht vergessen, deutlich und sichtbar damit zu werben. Wer auf regionalen, ökologischen und fairen Einkauf Wert legt, darf und sollte damit auch trommeln. Eventuell lassen sich damit ja auch Sponsor*innen finden, die dieses Engagement unterstützen. So ließen sich die zusätzlichen Kosten refinanzieren.

 

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43 Michael Borger, Interview 15.07.2011